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Stark. Sozial. Vor Ort.

Jobcenter Salzlandkreis beteiligt sich an bundesweiter Aktionswoche

 

Um die Arbeit und Leistungsfähigkeit der kommunalen Jobcenter in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken, fand im Zeitraum vom 26. bis 30. August eine bundesweite Aktionswoche im Rahmen der Kampagne „Stark. Sozial. Vor Ort.“ statt, an der sich auch das Jobcenter Salzlandkreis beteiligte.

Der Salzlandkreis gehört zu den 104 Landkreisen und kreisfreien Städte, die ein Jobcenter in kommunaler Trägerschaft betreiben. Der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag starteten bereits Ende 2018 gemeinsam mit den kommunalen Jobcentern eine deutschlandweite Kampagne unter dem Titel „Stark. Sozial. Vor Ort.", um auf die Stärken kommunaler Jobcenter und die Bedeutung der dezentralen Arbeitsmarktpolitik aufmerksam zu machen.

Im Rahmen der ersten bundesweiten Aktionswoche präsentierten die beteiligten Jobcenter der breiten Öffentlichkeit ihr Leistungsspektrum und ihre Stärken in verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen. „Für die Aktionswoche hatten wir uns zwei interessante und auch aktuelle Themen herausgepickt: Im Rahmen eines Fachaustausches wurde die Netzwerkarbeit im Bereich der Suchtberatung näher beleuchtet. Außerdem fand eine Gesprächsrunde zu den Erfahrungen und Ergebnisse des seit Jahresbeginn in Kraft getretenen Teilhabechancengesetz statt“ erklärt Thomas Holz, Betriebsleiter des Jobcenters Salzlandkreis.

Am 28. August  stellten Vertreter der Suchtberatung des Diakonischen Werks Bethanien und Mitarbeiter des Jobcenters Salzlandkreis die Schnittstellen und Zusammenarbeit in der Suchtberatung für die Region Bernburg vor. Viele Hilfesuchende benötigen aufgrund ihrer Lebensumstände Stabilisierung und Begleitung, um den Weg zurück in die Berufstätigkeit und damit in die Gesellschaft zu finden. „Drogenprobleme oder Alkoholismus sind in diesem Zusammenhang besonders schwerwiegende Hürden für die Jobsuche“, erklärt Andreas Boennen, Abteilungsleiter im Jobcenter Salzlandkreis. Die Mitarbeiter der Psychosozialen Betreuung des Jobcenters versuchen Betroffene für das Thema Suchtberatung zu öffnen und unterstützen dabei, Schwellenängste in der Auseinandersetzung mit vorhandenen Problemlagen zu überwinden. Die Suchtberatung des Jobcenters Salzlandkreis fungiert als vermittelnde Schnittstelle zwischen den Trägern der Suchtkrankenhilfe und betroffenen Bürgern des Salzlandkreises. 2018 betreute die Suchtberatung des Diakonischen Werks Bethanien in Bernburg über 340 Klienten, wovon 34 Prozent Arbeitslosengeld-II bezogen und damit Kunden des Jobcenters waren. Bei 61 Klienten erfolgte sogar eine unmittelbare, fallbezogene Zusammenarbeit der beiden Partner. Darüber hinaus gibt es einen stetigen Austausch zwischen den Mitarbeitern des Jobcenters Salzlandkreis und den Suchttherapeuten der Bernburger Beratungsstelle des Diakonischen Werks Bethanien. Auf der Homepage des Jobcenters - www.jc.salzlandkreis.de - sind  alle Informationen zur Psychosozialen Betreuung des Jobcenters Salzlandkreis sowie Verlinkungen zu den verschiedenen Anlaufstellen der Suchtberatung im Salzlandkreis zu finden.

Die deutschlandweite Aktionswoche der kommunalen Jobcenter bot den geeigneten Rahmen für eine erste Bilanz zum Teilhabechancengesetz. Mit der seit 1. Januar 2019 geltenden Regelung wurde im Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) ein weiteres Instrument zur nachhaltigen Förderung Langzeitarbeitsloser geschaffen. Seit der Einführung konnten bereits über 160 Langzeitarbeitslose des Salzlandkreises eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen. Der Betriebsleiter des Jobcenters Salzlandkreis, Thomas Holz, und die Abteilungsleiterin Eingliederung, Helen Weigel, informierten am 30. August in einem Fachaustausch zu Erfolgen, Perspektiven und Herausforderungen des Teilhabechancengesetzes. Franz Schaible von der Ziegelei Westeregeln und Nils Assel vom Hausmeisterdienst Assel aus Magdeburg haben Langzeitarbeitslose über die neue Förderung eingestellt und berichteten zu ihren bisherigen - überwiegend positiven - Erfahrungen. Ergänzt wurde die Gesprächsrunde durch Sylvio  Rachowski, der nach langjähriger Arbeitslosigkeit mithilfe des Teilhabechancengesetzes eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen konnte. Bei der Ziegelei Westeregeln ist der gelernte Betriebsschlosser für bauliche Tätigkeiten, Putzeraufgaben und die technische Instandsetzung alter Maschinen und Fahrzeuge zuständig. Der Westeregelner erklärt, dass ihn das Ergebnis seiner täglichen Arbeit motiviert „dran zu bleiben“. „Man ist unter Leuten und fühlt sich gefördert“, fügt er hinzu. Franz Schaible, der im Rahmen seines Vorsitzes bei der Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut, gemeinnützige Sozial-AG Bielefeld, auch die Ziegelei Westeregeln betreut, spricht von einem Glücksfall. Er ist äußerst zufrieden mit dem Engagement und den bisherigen Leistungen seines Arbeitnehmers. Schaible bezeichnet das Teilhabechancengesetz als „neue Dimension“ der Arbeitsförderung. Die Regelung schafft die Möglichkeit einer langfristigen Planung auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite und eröffnet aufgrund der zusätzlichen finanziellen Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen ganz neue Perspektiven. Nils Assel, Geschäftsführer Hausmeisterservice Assel in Magdeburg, kann dem nur beipflichten, betont aber auch, dass die Beschäftigung ehemals Langzeitarbeitsloser gerade zu Beginn nicht immer einfach ist. Oft fehlt es den bisher Langzeitarbeitslosen am Einblick in die betrieblichen Belange. Assel ist dankbar für die vermittlerische Hilfe der Coaches, welche sowohl Arbeitnehmer als auch  Arbeitgeber, im Rahmen des Teilhabechancengesetzes begleiten. Steffen Meier, der seit Anfang des Jahres als einer von insgesamt vier Coaches des Jobcenters Salzlandkreis, die Einführung des Teilhabechancengesetzes begleitet, berichtet von den unterschiedlichsten Erfahrungen. Der Coach sieht sich als Vermittler bei Missverständnissen oder gegenseitigem Unverständnis, aber auch als Ansprechpartner für alle auftretenden Fragen. „Meist ist es die Hilfe zur Selbsthilfe, die hier gefragt ist“, erklärt Steffen Meier. Im Anschluss an den Fachaustausch ließ es sich Sylvio  Rachowski nicht nehmen, bei einem gemeinsamen Rundgang über das Gelände der Ziegelei Westeregeln, ausführlich über seine täglichen Aufgaben zu berichten.

 

 

 

Fachgespräch zur Zusammenarbeit in der Suchtberatung (von rechts nach links): Thomas Holz (Betriebsleiter Jobcenter Salzlandkreis), Andreas Boennen (Abteilungsleiter Ergänzende Leistungen Jobcenter Salzlandkreis), Anja Rückriem (Sachbearbeiterin Psychosoziale Betreuung/ Suchtberatung Jobcenter Salzlandkreis), Markus Reiß (Dipl.-Sozialpädagoge (FH) Diakonisches Werk Bethanien) und Joachim Stopp (Geschäftsbereichsleitung Diakonisches Werk Bethanien).

 

Fachgespräch zur Zusammenarbeit in der Suchtberatung (von rechts nach links): Thomas Holz (Betriebsleiter Jobcenter Salzlandkreis), Andreas Boennen (Abteilungsleiter Ergänzende Leistungen Jobcenter Salzlandkreis), Anja Rückriem (Sachbearbeiterin Psychosoziale Betreuung/ Suchtberatung Jobcenter Salzlandkreis), Markus Reiß (Dipl.-Sozialpädagoge (FH) Diakonisches Werk Bethanien) und Joachim Stopp (Geschäftsbereichsleitung Diakonisches Werk Bethanien).